Informatiker tauchen ab

Mit dem Alexander-von-Humboldt-Projekt "Wahrnehmung in der Virtuellen Realität" führten am Dienstag und Mittwoch Forscher des Centre for Vision Research der York University Toronto (Kanada) und der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg Unterwasserexperimente durch, um herauszufinden, ob die Wahrnehmung aufgrund des Auftriebs im Wasser anders funktioniert als an Land. Mit dabei zwei Psychologinnen, Prof. Heather Jenkin und Sandra Boronas, sowie die Informatikprofessoren Michael Jenkin und Rainer Herpers.

Für die Informatiker der beiden Hochschulen sind die Experimente wichtig: "Wir möchten herausbekommen, welchen Anteil diese Reize unter welchen Bedingungen an der Bestimmung der Orientierung haben", so Herpers. Damit sollen in der Folge Umgebungen in der Virtuellen Realität optimaler gestaltet werden können, um beispielsweise bessere Trainingseffekte zu erzielen.

Die Ergebnisse, die jetzt im Siegburger Tauchturm des Oktopus erzielt wurden, und die Ergebnisse, die die kanadischen Gäste mitgebracht haben, werden noch bis Ende dieser Woche ausgewertet.

Unterstützt wurden die Forscher, die selbst ausgebildete Taucher sind, bei ihren Experimenten von den Tauchlehrern Jürgen und Frederike Weinreich.

Hintergrund:
Die Wahrnehmung der Ausrichtung unseres Körpers funktioniert vorrangig über das Auge und das Gleichgewichtssystem in den Ohren. Besucher im 3-D-Kino legen sich deshalb bei rasanten Fahrten gern mit in die Kurve, eine schwankende Umgebung kann Schwindel verursachen, selbst man selbst festen und unbeweglichen Boden unter den Füßen hat. Ein fester Bezugspunkt fürs Auge lässt aber trotzdem auch schon mal oben und unten verwechseln, was besonders gefährlich für Piloten ist, aber auch für Taucher sein kann, wenn der Tiefenmesser beispielsweise nicht mehr funktioniert. Bei älteren Menschen wird offensichtlich der Einfluss der Gleichgewichtsorgane an der Orientierungsbestimmung  mit zunehmendem Alter geringer. Dies kann dann zu Stürzen führen, wenn die visuellen Informationen nicht eindeutig sind oder nicht mehr wahrgenommen werden können.

Kontakt:
Prof. Dr. Rainer Herpers
Tel. 02241/865-217
E-Mail:

Fotos: Michael Jenkin



Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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